MMM 02/2016

Mittwoch, 7. September 2016

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Ach wie schön, die Sommerpause ist vorbei und es geht wieder los beim MMM. Passend zur neuen Saison, haben die Damen der MMM-Crew uns auch ein neues Logo spendiert:



Sehr schick!

Um dem Anlass gerecht zu werden, habe ich mich auch extra in mein neues kleines Schwarzes geschmissen, dass ich in diesem Sommer genäht habe.



Der Schnitt ist wieder einmal das bewährte Tiramisu von Cake Patterns - das war in diesem Sommer mein persönlicher Dauerbrenner...

Damit es nicht allzu trist aussieht, habe ich mir erst einmal zwei Röschen aus Jerseyresten an den Ausschnitt geklemmt.

Da es morgens auf dem Weg ins Büro doch immer noch recht frisch ist, kommt noch ein Strickjäckchen darüber



Näheres zum Jäckchen findet sich hier klick


Alternativ geht auch mein neues Stricktuch,



das ich übrigens schamlos kopiert habe - das Original von Sujuti findet sich hier klick


Es ist wirklich monströs groß geworden...




Aber im Winter werde ich froh sein über diese "Pferdedecke".
Gestrickt habe ich das Tuch genau wie Sujuti auch aus "Fabel" von Drops. Ich hoffe dass es auch - wie das Original -nach dem ersten Waschgang in der Maschine noch etwas weicher wird, aber glücklicherweise bin ich bei Wolle nicht allzu empfindlich.

Zur Schicken Frau von Welt gehört natürlich auch ein Hut:



auch wieder mit Röschen aus einem Jerseyrest. Der Hut selbst ist gekauft.

Aber irgendwie gefällt mir der Hut zum Jäckchen besser, oder?



Zum Ende des Sommers bin ich noch einmal so richtig im Rosenfieber. Ich nehme alle mit, die sich jetzt noch zeigen



Es können mir gar nicht zu viele werden



Obwohl...MerkenMerken



Ich glaube, jetzt ist es Zeit an die MMM Crew weiterzugeben und zu sehen, wer sich heute noch alles schick in die selbstgenähte/-gestrickte Schale geworfen hat.

MMM/ Tiramisu Nr.2/ 2016

Mittwoch, 13. Juli 2016

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Mittwochabend, der Bürotag ist vorbei und die Exceltabellen machen die Äugelein zu. Ich fühle mich selbst auch platt wie eine Flunder, aber trotzdem, da fehlt doch noch etwas:


Genau: Mittwoch = MMM-Tag!

Am heutigen Mittwoch reihe ich mich daher, wenn auch erst zur Feierabendzeit, mit dem zweiten Kleid meiner kleinen diesjährigen Tiramisu-Reihe beim Me Made Mittwoch ein.


Genäht habe ich es aus einem wunderbaren schwarz/weissen Jersey den ich von einem Tauschtisch an mich gerafft habe. Allerdings weiß ich leider nicht mehr, ob selbiger Tisch bei der anNäherung in Würzburg im letzten Herbst oder beim Sewing on the Sea Wochenende in diesem März gestanden hat...



Auf jeden Fall möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei der edlen Spenderin bedanken: Du hast mir mit dem Stoff eine große Freude gemacht!

Da der Jersey sowohl quer- als auch längselastisch ist, sitzt dieses Tiramisu deutlich besser, als das Exemplar der letzten Woche, bei dem die Taillenpasse für meinen Geschmack noch einen Tick zu hoch war. Die Passe selbst besteht wieder aus einem Rest schwarzem Baumwolljersey.

Bei der Rückenansicht, wird der Effekt noch deutlicher:


Hier die Seitenansicht - die Passe sitzt da, wo sie hin soll, geht doch!



Weil ich diese wunderbar gemütlichen Kleider im Büro ganz besonders gern trage, liegt auch bereits das nächste zugeschnitten neben meiner Nähmaschine - nur Jogginganzüge sind bequemer.

Die Fotos sind übrigens bereits am Montag (nach der Arbeit) entstanden. Da war es noch deutlich wärmer und statt der heutigen Stiefel (!) konnte ich noch luftige Sandälchen tragen.

Apropos Schuhe, warum ich auf den obigen Fotos irgendwie nie die Füße richtig aufs Bild bekommen habe, ist mir ein Rätsel, aber hier ist der Beweis:


Wenn ich mir Mühe gebe, geht es auch mit (Füßen)!

Gleich vier Paar Füße neben den dazugehörigen reizenden Damen moderieren heute gemeinsam den MMM. Wiebke, Constanze, Dodo und Karin, alle aus dem MMM-Kernteam, haben gemeinsam den Maybachufer-Markt unsicher gemacht. Ich empfinde es durchaus als seelische Grausamkeit den Leserinnen gegenüber, dass sie mit Detailbildern von Stoffbergen und vollen Tüten protzen - bei mir verursachen solche Bilder vor lauter Gier immer direkt erhöhten Speichelfluss...


MMM/ Tiramisu Nr.1/2016

Mittwoch, 6. Juli 2016

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Da mein Kleiderschrank durch meine große Ausmistaktion im Frühjahr dringend Nachschub brauchte, habe ich nach einer Nähpause in den letzten beiden Monaten erst einmal mit echtem Bedarfsnähen begonnen. Was eignet sich dazu besser als einer meiner Lieblingsschnitte Tiramisu von Cake Patterns.




Das Kleid ist flott genäht, der Stoff (ich glaube ein Viskose mit Irgendwiepoly) trägt sich angenehm, fällt schön und das obige Foto - ist zu dunkel - Mist.


In der Vergrößerung besser zu erkennen: Die Ausschnittkanten und die angeschnittenen Ärmelchen habe ich mit einer schwarzen Spitze eingefasst. Für die Taillenblende habe ich einen Rest schwarzen Baumwolljersey genutzt.




Dieser etwas höhere Halsausschnitt, der durch die breite Spitze entsteht, trägt sich toll. Insbesondere im Nacken fühlt es sich nicht so nackig an. An dieser Stelle bin ich sehr zugempfindlich und habe daher auch im Sommer gern etwas Stoff/Spitze.



Die Taille habe ich bei dem Schnitt für mich etwas "tiefer gelegt". Das mache ich bei fast allen Schnittmustern so (jeweils so zwei bis drei cm). Bei Tiramisu habe ich allerdings noch ein wenig mehr dazu gegeben, da ich die Ansatznaht für die Blende mit der Empiretaille im Originalschnitt als deutlich zu hoch empfand (was bei vielen Versionen dieses Kleides im Netz zu sehen ist).

Auf dem folgenden Foto sieht man allerdings, dass bei dem sehr quer- aber nicht längselastischen Jersey noch ein cm tiefer nicht geschadet hätte, darüber täuscht auch fröhliches Rumgehoppel meinerseits vor der Kamera nicht hinweg...




So, jetzt aber wieder etwas ernsthafter. Dieses Kleid ist übrigens ein echtes Multifunktionskleid, jawoll. Durch die Spitze könnte es auch wunderbar als Nachthemd durchgehen. Ein ideales Reisekleid also: Auf der Hinreise tragen und dann für die Nacht direkt anbehalten. So packt frau effizient!




Bevor ich an die geballte Nähpower der Damen beim Me Made Mittwoch weitergebe, möchte ich abschließend noch auf das ausgeklügelte Styling vom Kopf bis Fuß hinweisen: Passend zu den grauen Tupfen jetzt auch graue Haarspitzen - tschaaaaa...
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Mondrian-Kleid

Sonntag, 3. Juli 2016

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In der 60er-Jahre Folge der aktuellen britischen Sewing-Bee wurde unter anderem auch ein Mondrian-Kleid nach der bekannten Yves St. Laurent Vorlage genäht. 


Quelle: the Met via Pinterest



Für Alle, die sich selbst gern ein Exemplar nähen wollen, gibt es natürlich die Möglichkeit sich ein entsprechendes Schnittmuster zu kaufen. Es ist aber gar nicht so schwierig, sich aus einem einfachen Shiftkleid-Schnitt selbst eine Mondrian-Variante zu machen. Netterweise hat sich Tree von Stitchless-TV die Mühe gemacht in zwei Folgen zu erklären, wie das funktioniert.

Wenn ich mich nicht irre, habe ich ihren YouTube-Kanal bereits vor längerer Zeit einmal hier vorgestellt. Ich finde ihre unkonventionelle Herangehensweise an das Thema Nähen absolut klasse, auch wenn die fertigen Objekte nicht immer unbedingt meinen Geschmack treffen. Aber man kann ausgesprochen viel von ihren Videos lernen. Auch wer meint, nicht gut genug englisch sprechen/ verstehen zu können, sollte ruhig einmal bei ihr vorbeischauen, denn die Videos sind im Grunde auch völlig ohne Ton aussagekräftig.

Selbst bin ich kein Fan des Mondrian-Kleides, mir persönlich ist die Linienführung etwas zu eckig, aber die von Tree vorgestellte Methode funktioniert auch wunderbar bei kurvigeren Linien.

Im ersten Video geht es um die Übertragung des gewünschten Linienverlaufs auf ein Nesselmodell, dass zuvor genäht wird. Wichtig ist, dass dort bereits die Brustabnäher zusammengenäht sind. Tree erklärt genau, wie sie in die neue Linienführung mit einbezogen werden, so dass sie beim Originalmodell nicht erneut genäht werden müssen, sondern bereits in den neuen Schnittteilen berücksichtigt sind. Wem diese Erklärung von mir zu unverständlich war, der schaue einfach direkt in das Video:





Im zweiten Teil wird dann genau erklärt, wie die Teile zusammengenäht werden, ohne den Überblick zu verlieren - und das Beste ist: man kann ganz ohne Zeitdruck nähen ;o)





So, nun bin ich gespannt, wer sich ein Exemplar nähen wird, vielleicht können wir bereits demnächst eines beim Me Made Mittwoch bewundern?

Noer-Jäckchen

Freitag, 13. Mai 2016

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Bereits beim tollen Sewing by the Sea im März in Noer hatte ich mit meinem aktuellsten Handmade-Projekt nach Alabama Chanin begonnen. Es war wieder wunderbar ganz entspannt mit der Hand vor mich hin nähen zu können, und mich nebenbei mit meinen Mitnäherinnen zu unterhalten, ohne unkonzentriert auf meiner Nähmaschine eine falsche Naht zu tackern...


Danach hat es dann aber doch noch einige Wochen gedauert, bis das Jäckchen fertig war und noch einige weitere Wochen bis ich endlich dazu kam die Fotos zu machen (hüstel).

Allgemein brauche ich immer relativ lang, bis so ein Handnäh-Kleidungsstück fertig ist, da ich nicht an einem Rutsch daran arbeite, sondern immer mal so nebenbei - auf dem Sofa beim Fernsehen z. B..


Wenn dann alle Einzelteile bestickt sind, habe ich immer das Gefühl bereits fast fertig zu sein, aber das Zusammennähen, dauert dann doch immer wieder länger, als ich es vom letzten Teil in Erinnerung hatte. Das liegt vor allem daran, dass alle Nähte doppelt genäht sind.


Zuerst steppe ich die Nähte per Hand rechts auf rechts zusammen, wie man es vom Maschinennäher kennt. Für eine bessere Haltbarkeit der Nähte, werden dann aber alle Nahtzugaben auch noch einmal per Hand von außen festgesteppt.


Auf dem obigen Foto, kann man auch prima erkennen, dass ich bei dieser Jacke etwas stückeln musste. Die untere weisse Jerseyschicht besteht aus T-Shirts, die ich bei unserem Büroumzug im letzten August aus den Müllcontainern geklaubt hatte. 

Es waren schlichte weisse Shirts, die nur quer über der Brust einen Promotionaufdruck hatten. Da ich von diesen T-Shirts aber bereits einige verbraucht und somit nicht mehr genug Material hatte um lange Ärmel an einem Stück zuzuschneiden, habe ich statt dessen diese Lösung mit dem breiten Unirand in Grau gewählt. Das bekam ich aus den letzten T-Shirt-Schnipseln so gerade noch hin (also die weisse Schicht untendrunter, die man nicht sieht, da nicht bestickt).

Jetzt passt diese Ärmellösung prima zum Taillenband und gefällt mir sehr gut.


Der Schnitt ist wieder mein eigener und bereits mehrfach für diese Art von Jäckchen benutzt.


Auf Verschlüsse habe ich bei dieser Jacke bewußt verzichtet. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber irgendwie hatte ich das Gefühl Schlaufen und Knöpfe wären mir diesmal zuviel bei dem großen Stickmuster und eigentlich trage ich diese Art von kurzen Jacken sowieso fast immer offen.

Weil dieses Jäckchen in Noer einen so wunderbaren Start hatte, denke ich nun immer wenn ich es trage an dieses tolle Wochenende und all die noch tolleren Frauen die dabei waren!



BH-Durchbruch

Sonntag, 24. April 2016

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Nachdem das Nähen von Dessous eigentlich bereits zu meinem Plan vom letzten Jahr gehörte, der aber nicht von allzu viel Erfolg (Durchhaltevermögen) begleitet wurde - sollte es in diesem Jahr einen neuen Versuch geben.

Dazu habe ich mich gestern mit Suso von "Alle Wünsche werden wahr" und Brigitte von "Overluck" zu einem gemütlichen, samstäglichen BH-Nähkränzchen getroffen.



Natürlich hatten wir fest geplant uns vor dem Treffen noch einmal jeweils unsere entsprechenden Craftsy-Kurse zum Thema anzuschauen und zu inhalieren. Erstaunlicherweise natürlich haben wir das alle aber dann doch nicht geschafft...

Versorgt mit reichlich Essbarem (für unsere Nerven) haben wir drei BH-Neulinge uns trotzdem gemeinsam mutig ans Werk gemacht.

Ablauf:

Phase 1 
Eintreffen der Damen, Aufbau der Maschinen.

Phase 2
Kaffeepause (mit frischem Rhabarberkuchen von Frau Overluck)

Phase 3
Schnittmusterauswahl, Vermessen der Damen, Auswahl der Größen, Ausdruck noch fehlender Größen, Ausschneiden der Schnittteile, Auswahl der Stoffe/ Zutaten aus den gesammelten Beständen der drei Protagonistinnen, Zuschnitt - uff!

Phase 4
Mittagspause inclusive ausgiebigem Schnattern Brainstorming

Phase 5
Ärmel hochkrempeln und an die Maschinen

Damit wir alle drei wirklich gemeinsam Schritt für Schritt nähen konnten, hatten wir uns dafür entschieden, jeweils den Marlborough BH von Orange Patterns zuzuschneiden. Außerdem wollten wir auch vergleichen, wie sich ein Schnitt in unterschiedlichen Größen verhält.

Verwirrung gab es bei der Größenermittlung. So trage ich normalerweise die Größe 80B. Gemäß Orange Patterns sollte ich aber die Größe 38A wählen. A? Die Größe trage ich seit Jahrzehnten nicht mehr...

Na gut, es handelt sich um amerikanische Größen dachte ich mir, vertrauen wir mal darauf, vielleicht ist es dort anders mit den Cupgrößen (hihi, meine Rechtschreibprüfung will das letzte Wort immer auf Hupgrößen korrigieren).

Da Beverly Johnson die "Fairy Bra Mother" aus den Craftsy Kursen explizit darauf hinweist, dass man sich beim Nähen des ersten BHs nicht zu sehr in akkuraten Nähten verkünsteln soll, da es eher darum geht ein Gefühl für die Vorgehensweise und die Materialien zu bekommen, habe ich auch entspannt ein bisschen herumgeschlampt.

So habe ich z. B. beim Sichern der oberen Körbchenkante zur Stabilisierung der Spitze das entsprechende transparente Gummi einfach mit schwarzem Garn angenäht und nicht etwa ein zur Spitze passendes herausgesucht. Wenn man genau hinschaut, kann man es sehen:


Ansonsten erwies sich das Nähen selbst als wesentlich leichter, als ursprünglich von uns befürchtet. Allerdings musste ich wieder feststellen, dass meine Maschine (ich nähe auf einer Brother Innovis 550) sich bei Mikrofaserstoffen ziemlich divenhaft verhält. ich vermute es liegt an einer zu geringen Durchschlagskraft. Ich hatte extra eine Microtexnadel eingesetzt, daran konnte es also nicht liegen. Mit Hilfe meiner Babylock uns Susis unglaublich toller Riesenmaschine von Brother (das Ding näht auch Mikrofaser wie Butter) konnte ich aber alle Schwierigkeiten bewältigen.

Zu unserer allergrößten Freude, hatten wir am Abend alle drei tatsächlich etwas in den Händen, das nach echten BHs aussah!


Da fand ich es auch nicht wirklich schlimm, dass sich die gewählten A-Körbchen doch als zu klein erwiesen haben. Sie sitzen etwas spack und ergeben so einen ungewollten Pushup-Effekt. Aber was soll - meine Güte ich habe einen schicken BH genäht und der nächste passt dann perfekt!

Ganz wunderbar ist übrigens komplett aus schwarzer Spitze genähte Exemplar von Suso geworden.  Es sieht  nicht nur toll aus sondern passt auch!! Sie hatte zum Vergleich einen schwarzen Spitzen-BH von Hanro dabei (nicht wirklich eine Billigmarke). Tja, und dreimal dürfen wir raten, welcher BH besser an ihr aussah - genau!

Weil Brigitte und ich ihr Ergebnis so toll fanden, hat sie uns netterweise auch jeweils genug von ihrem Stoff gegeben, damit wir unsere eigenen  Exemplare nähen können. Brigitte hatte übrigens wie ich auch das Problem mit einem zu kleinen Körbchen. Also hier noch einmal der Tipp an alle, die zum ersten Mal einen Marlborough Bra nähen wollen: Nicht von den Größenangaben irritieren lassen und  ruhig bei der bisherigen Körbchengröße bleiben, wenn Ihr unsicher seid.

So, jetzt sehe ich freudig einer Zukunft mit vielen wunderbaren, selbst genähten BHs entgegen ;o)

Projekt Minimalschrank Farbskala

Sonntag, 17. April 2016

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Nachdem ich meinen Kleiderschrank in den letzten Monaten massiv ausgemistet habe, bin ich nun nach langer Zeit erstmalig wieder in der Situation, nicht nur aus Spaß an der Freud zu nähen sondern tatsächlich, weil ich einige Kleidungsstücke brauche. Für die kommenden warmen Monate wird es ansonsten doch etwas eng mit den Dingen, die zur Zeit noch in meinem Schrank hängen/liegen. Allerdings ist geplant einige (die meisten/ alle) der alten Stücke durch neue zu ersetzen, die variabler sind.

Damit der Schrankinhalt schön übersichtlich bleibt, macht es Sinn mich bei dem Nähen der neuen Stücke auf eine begrenzte Farbskala zu beschränken. Meine neuen Kleidungsstücke für die Frühjahrs-Sommersaison werde ich anhand dieser Farben gestalten:




Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass Rot passt nicht wirklich zu allen anderen Farben (insbesondere zu dem  Rosa) aber da ich zwei Jäckchen in diesem Rot  habe, die ich wirklich liebe, bleibt die Farbe.

Nur Schwarz allein wäre mir zu düster, mit einem fröhlichen Grau und etwas Weiß dazu, gefällt es mir schon deutlich besser. Der Rosabereich nimmt dem Ganzen die Strenge und das Rot muss, wie bereits gesagt, einfach sein.

An der Nähmaschine war ich in den letzten Wochen etwas faul (habe gestern nur zwei neue Jerseywohlfühlbutzen zugeschnitten - in Unigrau) aber dafür habe ich ein Stück das ich mit der Hand genäht habe bald fertig. Hier eine kurze Vorschau:


Naaa was wir es wohl werden? Die Besucherinnen des wunderbaren Sewing by the Sea im März auf Schloss Noer werden es ahnen, da ich dort damit angefangen habe...


Auf diesem Blog kommt die Auflösung, sobald ich mit dem Einfassen der Außenkanten fertig bin ;o)

Dass sich mein Unterbewusstsein auch intensiv mit dem Thema Minimalschrank beschäftigt, wurde mir übrigens auf der Rückfahrt von Noer deutlich. Hatte ich dort doch glatt einen meiner drei Wintermäntel vergessen, von denen ich sowieso noch einen wegsortierten wollte...
Somit hat sich also bereits der Kandidat mit der wackeligsten Position herausgestellt ;o)


Zum Thema Minimalschrank fällt mir noch etwas ein: Pünktlich zum Frühjahr konnte man in diversen Zeitschriften etwas zum Thema "Kleiderschrankdetox" lesen. Diese denglische Wortschöpfung soll wohl den guten alten Begriff Frühjahrsputz im Kleiderschrank ersetzen. Allerdings frage ich mich, was die Verwenderinnen solcher Begriffe wohl giftiges in ihren Kleiderschränken haben das ein solches "Detoxen" nötig macht. Verendete Mäuse, suizidale Hausstaubmilben? Rätsel über Rätsel...














Projekt Minimalschrank - Warum noch nähen?

Montag, 14. März 2016

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Bei meiner Netzrecherche bin ich auf eine wundervolle Perle gestoßen, die ich den geneigten Leserinnen nicht vorenthalten will.



Ein bisschen Gezuppel hier und ein wenig Gefummel dort, fertig ist das perfekte Outfit für jede Gelegenheit. Wer will sich da noch mit hektischem Gewürge an der Nähmaschine abmühen, wenn einem erst wieder auf den letzten Drücker eingefallen ist, dass für die abendliche Einladung noch das perfekte Kleid fehlt? Voila, schauen wir dem Meister über die Schulter:





Warnung: Diese Methode eignet sich nicht für Damen mit schwacher Blase...

Projekt Minimalschrank - Teil 3

Sonntag, 13. März 2016

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Heute geht es in meinem Projekt Minimalschrank um die Vorstellung von Inspirationen - mit welcher Art von Kleidung lebt es sich auch bei einem möglichst kleinen Schrank noch gut und abwechslungsreich?



Je weniger Kleidungsstücke man besitzt umso mehr Funktionen sollte jedes einzelne Teil im Schrank erfüllen können. Also sehen wir uns doch einmal um im weiten Feld der wandlungsfähigen Kleidungsstücke:

Am bekanntesten ist wahrscheinlich das sogenannte convertible-dress auch als infinity dress bekannt. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Kleid, bei dem das Oberteil auf verschiedene Arten um den Körper drapiert werden kann, wodurch jeweils ein anderes Erscheinungsbild entsteht. Zumeist kommen diese Kleidungsstücke als simpler Tellerock mit zwei langen Bindebändern für das Oberteil daher. Hier ein Beispiel inkl. Tutorial, dass ich im Netzt gefunden habe:


Mir persönlich fehlt da allerdings etwas Stoff am Oberkörper. Rückenfrei ist nicht so ganz mein Ding. Insbesondere im Büro finde ich Ärmel auch ganz nett...

Mittlerweile gibt es diverse unterschiedliche Anleitungen zu dieser Art von Kleidern, die man mit ein bisschen Suche im Netzt finden kann. Hier noch ein zweites Beispiel mit ein wenig mehr Stoff - hier wird neben den Bändern noch ein zusätzliches Top an das Kleid genäht:


Das geht schon ein wenig mehr in meine Richtung aber 100% finde ich es auch noch nicht. 

Dann bin ich auf die Kleider der Firma Henkaa gestoßen und habe dort endlich das gefunden, was ich mir vorgestellt habe, ein convertible dress  (Kaufkleid) mit Ärmeln:




Dieses Kleid nachzunähen wird aber wahrscheinlich nicht ganz so einfach wie es aussieht. Auf den ersten Blick ist es nur ein Wickelkleid mit sehr langen Bindebändern an den Vorderteilen. Allerdings muss es ein sehr dehnbarer Jersey sein, der auf keinen Fall fusseln darf, denn um den gewünschten Effekt zu erzielen, wird das Kleid offenkantig verarbeitet. Darin sehe ich auch die größte Schwierigkeit: Selbst wenn ich die einzelnen Teile (wie ich es bei Jersey fast immer mache) mit dem Rollschneider zuschneide, wird es doch sehr schwierig sein, eine wirklich überzeugende saubere Kante hinzubekommen. Wer sich das obere Video anschaut, wird feststellen, dass am Vorderteil des Kleides über dem Rockteil ein abgeschrägtes Bündchen angebracht ist das für einen guten Sitz sorgt. Da ich nicht wirklich die Meisterin der Schnitttechnik bin, werde ich wahrscheinlich mehrere Versuche benötigen, bis es mir gelingt dieses Kleid zu meiner vollen Zufriedenheit zu nähen.

Die im Video gezeigte One-Sholder-Version würde ich übrigens nicht so tragen wie gezeigt, aber mit einem ebenfalls "einarmigen" Body in Kontrastfarbe darunter, stelle ich es mir sehr schick vor. Mit diesem einen Kleid bekommt man also mehrere Verschieden Kleider und auch einen Rock - nicht schlecht für den Anfang.


Die Firma Simplicity bietet übrigens auch ein Schnittmuster für solch ein convertible dress an, aber leider auch nur in der ärmellosen Version:



Quelle: burdastyle.de




Die Firma Seamly.co aus Brooklyn bietet einen Jumpsuit/ Overall an, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Dort heißt er dann Pantsuit:

Quelle: Seamly.co

Jumpsuits mag ich normalerweise nicht so gern, da es bei jedem Toilettengang nötig ist, sich völlig auszustrippen - und das wo ich immer so schnell friere - brrrrrr.
Seamly.co hat sich aber einen Schnitt einfallen lassen, bei dem im rückwärtigen Hosenteil ein Reißverschluss eingebaut ist, so dass man nicht immer das komplette Gewickel aufdröseln muss - sehr clever! Unter dem obigen Link kann man sich übrigens auch in einem  kurzen Tutorial  ansehen, welche Tragevarianten dieses Modell bietet.

So ein Teil nachzunähen erfordert wahrscheinlich auch wieder etwas Gehirnschmalz, aber ich denke, das Ergebnis wäre es wert. 

Intellektuell deutlich an meiner Grenze, bin ich allerdings bei den Shirts der Firma 


Die Inhaberinnen haben auf dieses Shirt ein Patent angemeldet und mir ist nicht wirklich klar, wie sie es geschafft haben, die offensichtlich zwei Schichten aus denen das Shirt so zu verbinden, dass es so viele verschiedene Tragevariationen gibt - ganz großes Kino.

Übrigens: Bei meinem Blog geht es um das selbst nähen und nicht um das kaufen. Auch ist mein Blog weiterhin werbefrei. Ich zeige hier also nur Dinge, die mir selbst gefallen und die ich daher empfehle. Fairerweise muss ich auch sagen, dass die Preise all der oben gezeigten Kleidungsstücke, für den Nutzen den sie bieten sehr moderat sind und dass ich es durchaus sinnvoll finde, solch kleine Unternehmen zu unterstützen.
Für alle die auch gern einen kleinen Kleiderschrank möchten, aber nicht nähen können, wären daher die o. g. Firmen wahrscheinlich einen Versuch wert.

Auch sehr wandlungsfähig (wenn auch deutlich hochpreisiger) ist dieses Jacken-/Blusen-/Rockmodell der argentinischen Firma pickaro puck






Hier findet sich auch bereits ein  Schnitt  dafür - wunderbar!

In der aktuellen Simplicity - Meine Nähmode ist übrigens auch ein Schnitt zu einem Wende-Wickelkleid enthalten, der auch als Einzelschnitt zu bekommen ist:





Quelle: Burdastyle.de


Den Sitz des Kleides finde ich auf dem obigen Foto aber noch nicht wirklich überzeugend. Hübscher finde ich da dann doch das walkaway-dress von Butterick

Dann gibt es noch diverse Jacken-/ Schalmodelle, die sich auf unterschiedliche Weise tragen lassen. Besonders bekannt die Variante von DNKY:







Erfreulicherweise gibt es hier eine Version der Zeitschrift Threads zum selbst nähen.

So, das war jetzt ein kleiner Einblick in die Welt der wandelbaren Kleidungsstücke. Einige davon werde ich in den nächsten Wochen/ Monaten nähen. Dafür habe ich mir auch bereits ein Pinterest-Board angelegt, welches in der nächsten Zeit wohl auch noch etwas umfangreicher werden wird.

Im nächsten Teil dieser Reihe, geht es dann um das Thema Farbwahl.

Zum Schluss noch eine Anmerkung in eigener Sache: Auf den besonderen Wunsch einer einzelnen Dame habe ich die Schrift etwas vergrößert, ich hoffe meine Posts sind nun etwas besser lesbar?



Projekt Minimalschrank - Teil 2

Sonntag, 6. März 2016

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Während ich im ersten Post dieser Reihe die Gründe erläutert habe, die mich dazu bewegen, den Inhalt meines Kleiderschrankes zu reduzieren, geht es heute im nächsten Schritt darum, wie so eine Reduzierungsaktion  erfolgreich anzupacken ist.

Die eine Methode mit der alle Menschen glücklich werden, gibt es natürlich auch beim Ausmisten nicht. Mir persönlich gefällt aber besonders gut die Herangehensweise von Marie Kondo. Für alle von Euch, die sich selbst bereits mit dem Thema minimaler Kleiderschrankinhalt beschäftigt haben, ist der Name wahrscheinlich nicht neu. Für alle anderen die hier lesen, möchte ich ihre Methode aber erst noch einmal kurz erläutern.

Es handelt sich bei Marie Konto um eine junge Japanerin, die als Aufräumcoach arbeitet und bereits mehrere erfolgreiche Bücher zum Thema geschrieben hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aufräumspezialisten, rät sie allerdings nicht dazu, Raum für Raum und Schublade für Schublade auszumisten sondern schlägt statt dessen eine Vorgehensweise nach Sachgruppen vor. Also, wenn jemand seine Bücher ausmisten möchte, die er über Wohn- und Schlafzimmer verteilt hat, dann sollte er sich nicht erst den einen Raum und danach den anderen vornehmen sonder alle (!) Bücher zusammen auf einen großen Haufen legen und dann aussortieren. Der Effekt ist natürlich besonders nachhaltig, wenn man alle Stücke einer bestimmten Gruppe auf einem Haufen sieht...

Danach sollte man jedes Buch einzeln in die Hand nehmen und seinen Bauch/ sein Herz  entscheiden lassen, ob das gute Stück wieder ins Regal zurück darf, oder gehen muss.

Der Satz, der die Methode von Marie Konto für mich am besten beschreibt ist der: 

"Man sollte sich nur mit den Dingen umgeben, die man wirklich liebt".

Die Dinge von denen man sich trennt, weil man sie nicht (mehr) liebt, sollte man dann freundlich verabschieden. 

Wer mehr Details erfahren möchte, dem empfehle ich das erste der Bücher von Marie Kondo: 

"Magic Cleaning - Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert"

ISBN-10: 3499624818 (kostet 9,99, gibt es aber sicher auch in Leihbüchereien)


Wer sehr neugierig ist und sofort mehr erfahren möchte kann natürlich auch dieses Video anschauen. 


 


Zurück zum Thema Kleiderschrank. Meine Kleidung verstaue ich nur im Schlafzimmer, so dass ich also nicht erst alles groß zusammensuchen musste. Bisher hatte ich allerdings immer nur die Kleider der aktuellen Saison (Sommer oder Winter) im Schrank. Die gerade nicht benötigte Kleidung hatte ich in großen Kartons auf dem Schrank gelagert. Dabei muss ich sagen, dass ich keinen normalen Schrank mit Türen besitze. Aus irgendwelchen Gründen mag ich solche Schränke nicht und habe daher meine Kleidung und solche Dinge wie Handtücher, Bettwäsche, Schuhe etc. in einer Kombination aus Kleiderstangen, Schubfächern und Regalen untergebracht, die allesamt hinter weißen Vorhängen verschwinden, damit das Auge sich ausruhen kann. In meinem Schlafzimmer mag ich kein kunterbuntes Miteinander verschiedener Möbelstücke, sondern bevorzuge eine ruhige Atmosphäre.

Insgesamt habe ich ein Volumen von 8 vollen blauen Säcken aus meinem Schrank aussortiert. Trotzdem ist das noch nicht das Ziel sondern erst der Anfang meiner Reise zum Minimalschrank. Warum? Nun, ich habe auch jetzt noch nicht ausschließlich Dinge im Schrank die ich liebe, sondern auch noch Kleidung für den Übergang bis es soweit ist. Irgend etwas muss ich ja in den nächsten Wochen/ Monaten noch anziehen können ;o)

Allerdings bin ich zumindest schon soweit, dass ich keine Sommer-oder Wintergarderobe mehr in Kartons auslagern muss. Alles was ich an Kleidung besitze hängt im Schrank bzw. liegt in Schubfächern.

Weil ich selbst auch so gern Bilder vom Inhalt fremder Kleiderschränke sehe, dürft Ihr jetzt auch in meinen hineinschauen.


Gesamtansicht der hängenden Kleidungsstücke:




Detailansichten:

Kleider (Gesamt 9 auf den Bügeln hängen 8 - 1 Kleid ist in der Wäsche)


Mäntel 4 (3 Wintermäntel + einer für den Übergang)



Blazer 3



Blusen 3  = 2 schwarze + eine weisse Bluse (ist zur Zeit in der Wäsche) + Unterrock 1



Was Marie Kondos Methode so besonders macht, ist übrigens auch ihr geniales System Kleidungsstücke zu falten, so dass sie besonders übersichtlich verstaut sind, nicht verkrumpeln und deutlich weniger Platz brauchen als üblich.

Diese Methode habe ich auch für alle meine Kleidungsstücke übernommen, die nicht auf Bügeln hängen müssen.


Ein bisschen Faltanleitung von Frau Kondo gefällig?





Los gehts mit meinen Schubladen:

T-Shirts, Sporthosen, Schlafshirts, Homewear



Socken + Leggins


Strumpfhosen



Jacken/ Pullover (Strick/ Baumwolle)



Jeans und Pullis (die nicht mehr in die obere Schublade passten)



Kleidungsstücke die noch nicht fertig sind/ geändert werden/ von denen ich den Schnitt abnehmen will


Nicht fotografiert habe ich:

Tücher
Unterwäsche
Schuhe 


Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich noch ziemlich viel Kleidung. Was habe ich mir also für die nächsten Monate vorgenommen:

Die Zahl der Mäntel muss noch deutlich weniger werden. Eigentlich reicht einer für den Winter und einer für den Übergang. Hier muss ich also noch weiter aussortieren bzw. austauschen. (Vorher hatte ich allerdings eine zweistellige Anzahl an Mänteln)

Die Anzahl der Kleider wird noch reduziert sowie vorhandenes ausgetauscht. Zusätzlich würde ich mir gerne  1-2 Röcke nähen.

Mindestens einer meiner Blazer muss noch gehen.

Bei Stümpfen/ Leggins/ Strumpfhosen wird noch weiter aussortiert (die bunten sehen aber noch so schön in der Schublade aus...)

Es sieht ein bisschen düster im Schrank aus. Einige dunkle Teile werden gegen helle ausgetauscht.

Die aufmerksame Leserin wird gemerkt haben, dass ich nicht 100% nach der Methode von Marie Kondo (auch Kon-Marie Methode genannt) vorgegangen bin.

Bei mir funktioniert Kon-Marie zusammen mit der Zwiebelmethode am besten: Erst die obersten dicksten Schichten weg sortieren und dann noch zwei - dreimal "nachschleifen". Mit jeder Runde fällt mir das aussortieren leichter. Eigentlich hatte ich die Fotos auch bereits in der letzten Woche schon gemacht. Da ich aber zwischenzeitlich bereits einen Mantel und ein weiteres Kleid wegsortiert habe, musste ich heute neue Fotos machen.

Wie immer im Leben ist es auch beim Aussortieren sinnvoll, sich nicht sklavisch an einen bestimmte Vorgabe zu halten, sondern den Weg so zu gehen, wie er sich am besten anfühlt.

Insgesamt möchte ich meine Kleidungsstücke, die überwiegend nur auf eine Art und Weise getragen werden können austauschen gegen multifunktionale Stücke. Nicht zu verwechseln mit Multifunktionskleidung (also diesen hässlichen Plastikjacken und Hosen, die viele Menschen bei Regenwetter tragen). 

Mit dieser Art der Kleidung, werde ich mich in meinem nächsten Post befassen, wenn es darum geht, wie mein Traum-Minimalschrank aussieht, welche Inspirationen es gibt und welche konkreten Pläne/ Nähprojekte sich daraus für mich in den nächsten Monaten ergeben.